Familienfreundliche Unternehmen

Familienfreundliche Arbeitsbedingungen sind ein Thema, das in den vergangenen Jahren stark an Bedeutung gewonnen hat und immer wichtiger wird. In Zeiten des demographischen Wandels konkurrieren die Unternehmen zunehmend um Fachkräfte und wollen stärker als früher auch für Beschäftigte mit Familie attraktiv sein. Inzwischen gibt es eine Vielzahl von Angeboten, die die Vereinbarkeit von Beruf und Familie erleichtern. Dies gilt auch für die Unternehmen im Oldenburger Raum. Unterstützung bekommen sie dabei von der Stadt Oldenburg.

Im Jahr 2009 rief das Amt für Wirtschaftsförderung den Arbeitskreis Familienfreundlichkeit in Unternehmen ins Leben. Darin arbeiten unter seiner Leitung (Stand 2015) 15 Vertreterinnen von elf Oldenburger Institutionen und Unternehmen gemeinsam daran, auf der Grundlage eigener Erfahrungen Lösungsmodelle zu entwickeln und sie in weitere Betriebe zu integrieren. Dabei reicht das Spektrum inzwischen weit über Teilzeitarbeitsplätze und Kinderbetreuungsangebote hinaus. 

Bei der Arbeitszeit sind den Möglichkeiten der Flexibilisierung kaum Grenzen gesetzt. Da ist z.B. das Modell der Vertrauensarbeitszeit: Hier ist der Arbeitnehmer selbst für die Erfassung der Arbeitszeit verantwortlich; entscheidend ist die fristgerechte Erledigung oder das Arbeitszeitkonto: Hier kann der Mitarbeiter Arbeitsstunden ansammeln, die er dann bei Bedarf in eine bezahlte Freistellung, etwa für Betreuungsaufgaben, umsetzen kann. Manche Unternehmen bieten die Möglichkeit des Sabbatjahres: Durch Mehrarbeit oder Lohnverzicht erwirtschaftet sich der Beschäftigte eine bezahlte Auszeit von einem Jahr.

Ähnlich vielfältig sind die Möglichkeiten bei der Arbeitsorganisation. Zu nennen sind hier etwa das Home-Office, die Einrichtung eines Büros zu Hause und  das Job-Sharing. Hier teilen sich zwei Mitarbeiter einen Arbeitsplatz und können dann oftmals intern ihre jeweiligen Arbeitszeiten festlegen. Schließlich gibt es das weite Feld der Zusatzleistungen für Familien: Es reicht vom gemeinsamen Mittagessen mit der Familie in der Kantine über Zuschüsse bei der Geburt eines Kindes und Ferienwohnungsangebote für Mitarbeiter mit Kindern bis zur betriebseigenen Kindertagesstätte und dem Hausaufgabenraum im Betrieb.

Es sind nicht nur große Unternehmen, die mit attraktiven Arbeitsbedingungen punkten. Auch kleine und mittlere Betriebe bieten oftmals familienfreundliche Arbeitsplätze. Hier sind es vielleicht nicht so sehr aufwendige infrastrukturelle Maßnahmen, sondern eher eine noch stärkere Berücksichtigung der individuellen Situation der Mitarbeiter und eine noch größere Flexibilität in der Arbeitsgestaltung. Der OLLY, mit dem die Stadt Oldenburg seit dem Jahr 2007 besonders familienfreundliche Unternehmen auszeichnet, wurde jedenfalls bei den bisherigen vier Preisverleihungen dreimal auch an ein kleines oder mittelgroßes Unternehmen verliehen, einmal sogar an einen Kleinbetrieb mit nur vier Mitarbeitern.

Auch wenn die Vereinbarkeit von Beruf und Familie immer noch schwierig ist, zeigen diese Beispiele doch, dass immer mehr Arbeitgeber ihre Strukturen an die sich verändernden Familien- und Rollenbilder anpassen.



 

 

- Webseite by PeP -