Familiäre Kindertagespflege

Bei der Kindertagespflege handelt es sich um die Betreuung von Kindern durch sogenannte Tagesmütter und Tagesväter. Diese Begrifflichkeit ist allerdings veraltet und wird den gestiegenen Qualitätsansprüchen nicht mehr gerecht. Heute spricht man von Kindertagespflegepersonen. Unter Kindertagespflege versteht man die Erziehung, Bildung und Betreuung von Kindern durch eine geeignete Kindertagespflegeperson in ihrem Haushalt, im Haushalt der Personensorgeberechtigten oder in anderen geeigneten Räumen. In der Regel wird sie für Kinder im Alter von 0–3 Jahren angeboten.

Hier möchten wir die Betreuung im Haushalt der Betreuungsperson vorstellen.

Kindertagespflegepersonen müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllen, um die für die Kindertagespflege notwendige Pflegeerlaubnis zu erhalten. Es muss z.B. ein erweitertes Führungszeugnis vorgelegt - und ein Erste-Hilfe-am-Kind-Kurs absolviert werden. Die Motivation zu der Tätigkeit muss ebenso nachgewiesen werden wie vertiefte Kenntnisse in der Erziehung, Bildung und Betreuung von Kleinkindern. Diese vertieften Kenntnisse in der Kindertagespflege erwerben die Kindertagespflegepersonen meist in Qualifizierungsbausteinen, die das Deutsche Jugendinstitut im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend entwickelt hat und die vor Ort angeboten werden.

Die Überprüfung der Voraussetzungen und die Erteilung der notwendigen Pflegeerlaubnis erfolgt durch die Fachberatung Kindertagespflege des Amtes für Jugend und Familie (Jugendamt). Das Amt überprüft dabei auch, ob genügend Spielflächen in der Nähe des Betreuungsortes vorhanden sind und ob es genügend Ruhemöglichkeiten im Haushalt der Kindertagespflegeperson gibt. Während der gesamten Dauer der Tätigkeit bleibt die Kindertagespflegeperson im Kontakt mit der Fachberatung Kindertagespflege im Amt für Jugend und Familie (Jugendamt), sodass sichergestellt ist, dass z.B. regelmäßige Fortbildungen absolviert - oder die Kenntnisse in der Ersten-Hilfe-am-Kind aufgefrischt werden.

Bis zu fünf Kinder gleichzeitig können von einer Kindertagespflegeperson im eigenen Haushalt betreut werden.

Wenn eine Kindertagespflegeperson krankheitsbedingt ausfällt, soll das Jugendamt die Vertretung regeln. Manchmal allerdings müssen Eltern und Familien im Krankheitsfall der Kindertagespflegeperson selbst flexibel reagieren und die Kinderbetreuung sicherstellen. Einen Urlaub spricht die Kindertagespflegeperson in aller Regel mit den Eltern ab.

Die Individualität der Erziehungsvorstellung einer Kindertagespflegeperson kommt viel mehr zum Tragen als in einer Krippe. Deshalb sollten Eltern sehr genau schauen, ob das häusliche Umfeld der Kindertagespflegeperson, ihre Art und die Erziehungseinstellung mit den eigenen Wertvorstellungen über einstimmt. Eltern sollten tatsächlich auf ihr Bauchgefühl achten und auch klären, ob ihre Vorstellungen der Betreuungszeit mit den zeitlichen Strukturen der Kindertagespflegeperson übereinstimmen.

Der Betreuungsumfang für Kinder von 0-3 Jahren soll den Fahrt- und Arbeitszeiten der berufstätigen/sich in Ausbildung befindenden Eltern entsprechen. Allerdings gilt für Kinder im Alter von 1-3 Jahren seit 2013 ein Rechtsanspruch. D.h., auch wenn Eltern nicht berufstätig/in Ausbildung sind, hat diese Altersgruppe einen Anspruch auf 20 Stunden Betreuung in der Woche. Kindergarten- und Schulkinder haben nur unter besonderen Umständen die Möglichkeit auf einen Betreuungsplatz in der Kindertagespflege.

Kosten

Eltern, die ihr Kind in der Kindertagespflege betreuen lassen, müssen die Kindertagespflegeperson nicht selbst bezahlen. Die Kindertagespflegeperson erhält die finanzielle Förderung direkt vom Amt für Jugend und Familie, nachdem die Eltern einen Antrag gestellt haben. Die Eltern zahlen dem Amt einen Kostenbeitrag für den bewilligten Betreuungsumfang. Dieser ist abhängig von der Höhe des Elterneinkommens und liegt zwischen 0 € und 2,30 € pro Kind und pro Betreuungsstunde. Zum Kostenbeitrag kommt in der Regel noch ein Betrag für die Verpflegung hinzu, der allerdings direkt an die Kindertagespflegeperson zu zahlen ist. Im Bedarfsfall können die Eltern einen Antrag zur Übernahme der Verpflegungskosten beim Jobcenter oder beim Sozialamt stellen. (OL-Card)

Weitere Informationen finden Sie hier. Gerne können Sie auch bei der Fachberatung Kindertagespflege anrufen, wenn Sie Fragen zum Thema Kindertagespflege haben oder einen Betreuungsplatz für Ihr Kind suchen.

Quelle: Anja Gerdes, Fachberatung Kindertagespflege

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